Geschichte der Gießerei Lauchhammer

Über 275-jährige Tradition — Ihr Vorteil

  • 1725
    • In der Nähe umfänglicher Raseneisenerz-Lagerstätten ließ die Freifrau von Löwendal 1725 ein Eisenwerk, den “Lauch-Hammer”, nach den dortigen Teichen genannt, mit Holzkohle-Hochofen errichten.
  • 1776
    • Die eigentliche Geschichte des Kunstgusses setzt später ein, als ab 1776 Detlev Carl Graf von Einsiedel, ein kunstsinniger Herr und Besitzer Lauchhammers, aus Abgüssen antiker Plastiken Gussmodelle anfertigen lässt.
  • 1781
    • Dazu holt er aus Dresden den böhmischen Bildhauer Wiskotschill und bald auch dessen Kollegen Mattersberger aus Tirol, die ein Verfahren entwickeln sollen, um große Figuren in einem Stück zu gießen.
  • 1784
    • Gelingt den Kunstgießern in Lauchhammer der weltweit erste Figurenguss aus Gusseisen in einem Stück.
      Nun sprechen Zeitgenossen von dem verkehrsabgelegenen Lauchhammer als einen “kunsttechnischen Wallfahrtsort”.
  • 1805
    • In Lauchhammer wird das Gusseisen im Kupolofen erschmolzen und damit die Gussherstellung nach zweiter Schmelzung eingeführt.
  • 1806
    • Der Berliner Juwelier Johann Conrad Geiss kreiert den Eisenschmuck, der sich bis 1840 von den preußischen Eisengießereien ausgehend als Modeschmuck in Europa durchsetzen sollte.
      Damit begann auch die hohe Zeit des Eisenkunstgusses in Klassizismus.
  • 1810-1841
    • Karl-Friedrich Schinkel, Architekt und Künstler, befasst sich in seiner Berliner Zeit mit dem Entwerfen von gusseisernen Möbeln und Gebrauchsgegenständen, die später auch die Kunstgießerei Lauchhammer fertigt.
  • 1815
    • Das einsetzende “Biedermeier” führt zur Gussplastik aus vergoldeter Bronze.
  • 1825
    • Der “Historismus” mit seinen aufgepfropften Zierelementen unterschiedlicher Stile setzt sich in Deutschland durch und beeinflusst auch den Kunstguss in Lauchhammer.
  • 1834
    • Nachweislich erster Glockenguss einer noch erhalten gebliebenen Gusseisenglocke, von der ein Nachguss noch heute am Verwaltungsgebäude des Lauchhammerwerkes hängt.
  • 1838-1839
    • In Lauchhammer wird der erste Guss eines Bronzestandbildes durchgeführt.
  • 1863-1868
    • Gusseiserner Pavillons auf der Nilinsel, am Schloss al-Gazîra bei Kairo.
  • 1868
    • Fertigstellung des Luther-Denkmals in Worms, das weltweit Beachtung fand und damit den Ruf der Kunstgießerei Lauchhammer auch über Ländergrenzen hinaus festigte.
  • 1880
    • Die pompöse Akademiekunst des “Wilhelmismus” setzte sich in der Großplastik vor allem in Preußen durch und verschaffte der Kunstgießerei Lauchhammer eine Vielzahl von Aufträgen.
  • 1884
    • Neubau der Kunstgießerei am heutigen Standort in der Freifrau-von-Löwendal-Straße.
  • 1914
    • Für die Dauer des 1. Weltkrieges musste die Bronzegussfertigung in Lauchhammer eingestellt werden.
  • 1933
    • Während der Zeit der Nazi-Herrschaft 1933 – 1944 fertigte die Kunstgießerei vor allem Nationalsozialistische Kunst von der Großplastik bis zur Plakette.
  • 1945
    • Die Kunstgüsse aus Lauchhammer aus der ersten Nachkriegszeit befassten sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus wie z.B. das Denkmal “Trümmerfrau” für Dresden oder das Denkmal “Widerstandskämpfer” von Fritz Cremer für Auschwitz und seine bekannte Buchenwaldgruppe. In den weiteren Jahren erfolgten wieder Auftragsarbeiten für Kommunen sowie Restaurierungen von Kunstwerken.
  • 1993
    • Loslösung und Privatisierung der Kunstgießerei aus der wiedergegründeten Lauchhammer AG.
  • ab 1994
    • Wiederaufnahme der Glockenfertigung.
  • ab 1997
    • In das Leistungsprofil wurde eine Palette verschiedener historischer Tür- und Fensterbeschläge aus Messing, Gusseisen und anderen Metallen aufgenommen.

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